Meet the Team: Matthias Huber

Matthias Huber ist Soziologe und hat als Datenmanager bei vieconsult ein besonders genaues Auge für die technische und statistische Umsetzung und Auswertung von Umfragen. Seine Vorliebe für Herausforderungen lebt er sehr erfolgreich bei der innovativen Konzeption und Entwicklung von (Befragungs-)Tools aus – und das immer mit einem sozialwissenschaftlichen Blick auf zukünftige Trends. Mit seinen einfallsreichen und humorvollen Ratschlägen und großer Fachkompetenz ist er ein fundamentaler Teil des vieconsult-Teams. 

Steckbrief

  • Name: Matthias Huber
  • Position: Datenmanager
  • Bei vieconsult seit:  10|2018
  • Besonderes Kennzeichen: Liebt schwierige Probleme und kreative Lösungen
  • Das sagen die KollegInnen: Matthias ist unser Ruhepol und Analyst im Team – er versorgt vieconsult mit innovativen Ideen und ist unser Fernglas in die Zukunft 🙂 wie er es liebt, sich herauszufordern und neues zu lernen, so lieben wir seine unglaublich hilfsbereite, bescheidene und humorvolle Art, mit der er unser Team bereichert!

Was sind deine Aufgaben bei vieconsult?

Als Datenmanager kümmere ich mich um die Utensilien, mit denen unser „Frühstück für Helden“ serviert wird: Ich entwickle und benütze die Werkzeuge, mit denen die von KundInnen und ProjektmanagerInnen entworfenen Befragungen erhoben und in aussagekräftige Berichte verwandelt werden. Ein typischer Tag kann dementsprechend zwei Formen annehmen:

  1. Konzeption & Entwicklung von Tools
  2. Technische Umsetzung und Auswertung von Umfragen

An einem Entwicklungs-Tag arbeite ich weitgehend allein. Ich habe hierzu einen umfangreichen Katalog an To-Dos, die ich nach Priorität abarbeite. Es kann sich dabei um Bugfixes (Fehlerbehebungen), Effizienzoptimierungen oder auch die Implementierung neuer Features für KundInnen, DatenmanagerInnen oder ProjektmanagerInnen handeln. Ein Beispiel eines solchen Tools, welches einigen LeserInnen bereits bekannt sein könnte, ist unser Ergebnis-Dashboard, welches unseren KundInnen Umfrageergebnisse schnell und einfach zugänglich macht. Es gibt aber auch interne Tools, die unsere KundInnen zwar nie zu Gesicht bekommen, die uns jedoch enorm die Arbeit erleichtern.

An einem Umfrage-Tag stehe ich in laufendem Austausch mit dem/der zuständigen ProjektmanagerIn einer Umfrage. In den frühen Stadien einer Umfrage stehen die technische Umsetzung und Testung des Fragebogens im Vordergrund, während es in der Befragungsphase (in der mittleren Phase) darum geht, technischen Support für die Befragten zu leisten und technische Probleme (welche zum Glück sehr selten vorkommen) in Echtzeit und ohne Datenverlust zu beheben. In der Endphase eines Projektes gilt meine volle Aufmerksamkeit der Berichterstattung. Hier gilt es, in möglichst kurzer Zeit ein Ergebnis zu liefern welches sowohl unseren Qualitätsstandards gerecht wird als auch die vereinbarten KundInnenwünsche erfüllt.

Wie bist du zu vieconsult gekommen?

Als ich im Jahr 2013 zum ersten Mal fachlich (d.h. soziologisch) mit dem Thema MitarbeiterInnenzufriedenheit in Berührung kam, verspürte ich unmittelbar den Impuls, in diesem Bereich meine berufliche Zukunft zu bestreiten. Ich wollte in diesem Bereich einen Beitrag leisten und begann folglich im Jahr 2014 mein Doktorstudium an der Universität Wien. Ich widmete die nächsten vier Jahre meines Lebens einer Feldstudie der Arbeitszufriedenheit in einem japanischen Großkonzern, wo ich sowohl regulär arbeitete als auch in einer Forscherrolle Interviews führte und Daten auswertete. Dabei konnte ich mir Tiefenwissen darüber aneignen, wie vielschichtig sich die Arbeit in großen Organisationen strukturiert und bis hin zu welchen Extremen sich die Arbeitsbedingungen in globalen Großkonzernen entwickeln können – sowohl im positiven als auch im negativen Sinn.

Als sich meine Doktoranden-Förderung dann Anfang 2019 dem Ende näherte, begab ich mich aktiv auf die Suche nach den fachlich anspruchsvollsten und rigorosesten Unternehmen im Bereich der MitarbeiterInnenforschung. Vieconsult landete nicht nur an oberster Stelle meiner persönlichen Favoritenliste, sondern wurde mir parallel dazu auch von einer Karrierecoachin empfohlen und befand sich direkt um die Ecke meines damaligen Büros. Folglich schickte ich, ohne lange zu überlegen, eine Initiativbewerbung. Wie es der Zufall (oder das Schicksal) wollte, herrschte bei Vieconsult gerade akute Personalknappheit im Datenmanagement und ich wurde zum Interview eingeladen. Es war relativ schnell klar (und ich hoffe dabei auch für die KollegInnen zu sprechen), dass nicht nur der fachliche Fit gegeben war, sondern auch auf persönlicher Ebene alles stimmte, und dass es wohl kaum einen besseren Ort gab, um meine Fachkenntnisse einzusetzen und weiterzuentwickeln.

Auf der vieconsult Website wird gesagt: „Wir sind keine Marktforscher.“ Was ist damit gemeint?

Wir begreifen Organisationen und MitarbeiterInnen nicht als zufällige Menschenansammlungen, sondern als spezifische Kontexte, die von komplexen soziokulturellen Zusammenhängen geprägt werden. Diese Zusammenhänge muss eine Befragung berücksichtigen, um zu aussagekräftigen Ergebnissen zu führen und erfolgreich aufgearbeitet werden zu können. In der angewandten Sozialwissenschaft spricht man in dieser Hinsicht von domain knowledge: Praktisch relevantes Tiefenwissen über den Kontext, in dem die Ergebnisse einer Forschung zur Anwendung kommen sollen. Wir beziehen unser domain knowledge sowohl aus dem intensiven Dialog mit KundInnen als auch aus langjähriger Erfahrung und anerkannten Forschungsergebnissen. Mit dieser Kombination können wir nicht nur die hohe fachliche Qualität unserer Umfragen garantieren, sondern auch den wertschätzenden und intensiven KundInnenkontakt als selbstverständlichen und notwendigen Bestandteil unserer Arbeit begreifen.

Darüber hinaus repräsentiert die Aussage „Ich bin kein Marktforscher“ für mich persönlich das Bedürfnis, einen greifbaren Beitrag zur Verbesserung der Arbeitswelt und zum Funktionieren von Organisationen zu leisten. Die meisten Menschen verbringen die Hälfte oder gar noch mehr ihres Wachzustandes mit der direkten oder indirekten Ausübung ihrer Arbeit, während Konsum einen denkbar geringen (wenn auch selbstverständlich nicht weniger wichtigen) Anteil ausmacht. Zugleich bleiben gerade in der organisierten Arbeitswelt, welche aufgrund ihrer Funktionsweise nach wie vor überwiegend hierarchisch strukturiert ist, die Perspektiven von MitarbeiterInnen (oft ungewollt) auf der Strecke. „Kein Marktforscher“ zu sein bedeutet für mich, ein sozialwissenschaftliches Grundverständnis für diese Perspektiven mitzubringen und diese als grundlegendes Erkenntnisinteresse einer MitarbeiterInnenbefragung zu betrachten.

Wo liegen die besonderen Anforderungen in deinem Tätigkeitsbereich als Datenmanager bei vieconsult?

Als größte Herausforderung im Datenmanagement würde ich nennen, dass es insbesondere in der Feldphase und in der Auswertungsphase einer Befragung keinen Spielraum für Fehler gibt. Das beginnt schon beim Schutz jeglicher personenbezogener Daten, welcher als absolutes Muss-Kriterium im Gesetz verankert ist. Es geht aber auch darüber hinaus, zum Beispiel bei der korrekten Speicherung der Umfragedaten: Wenn zehntausend MitarbeiterInnen je zwanzig Minuten in die Beantwortung eines Onlinefragebogens investieren, und die Ergebnisse nicht korrekt gespeichert würden, dann würden die für die Beantwortung aufgewandten Arbeitsstunden verlorengehen – eine ökonomische Katastrophe, deren Wert man sich nicht ausrechnen möchte. Ähnliches gilt bei der Auswertung: Wenn in tausend Berichten ein übergreifender Vergleichswert auch nur um eine Nachkommastelle verschoben wäre, dann wäre das Ergebnis unbrauchbar und alle tausend Berichte müssten korrigiert – oder schlimmstenfalls neu produziert – werden. Das würde nicht nur einen erheblichen Doppelaufwand bedeuten, sondern auch die Projekttimeline gefährden und schlimmstenfalls zu Verzögerungen in der Berichterstattung und Problemen in der Zeitplanung der KundInnen führen. Glücklicherweise besitzen wir in unserem Team das Know-How, die Tools, die Prozesse und die nötige Disziplin um unsere KundInnen auf allen Ebenen in allen Projektphasen gegen Fehler zu schützen.

Trotz alldem kann (und soll!) die ständige Wachsamkeit in den kritischen Phasen eines Projektes nie ganz verschwinden, da man manchmal auch neuartige Problemstellungen bewältigen muss. Ich kann mich daher glücklich schätzen, in einem Team zu arbeiten, in dem alle Mitglieder mit dieser Verantwortung souverän umgehen können und in allen Projektphasen einen kühlen Kopf bewahren.

Feedback in Zeiten der Agilität: Wie wird deiner Meinung nach die Zukunft der MitarbeiterInnenbefragungen bzw. Feedbacks aussehen?

Wir haben in den letzten zwei Jahrzehnten einen völlig neuartigen Aspekt des MitarbeiterInnenfeedbacks kennengelernt: Social Media. Hier haben sich, unter anderem in Form von dedizierten Bewertungsportalen, völlig neuartige Kommunikationskanäle für Organisationen aufgetan, und zwar unabhängig davon, ob dies von Führungskräften und Personalentwicklern gewollt ist. Zwar gab es früher auch schon informelle Kanäle (Stammtische, Kaffeeküchen, etc.), aber der Grad der Anonymität, der öffentlichen Zugänglichkeit und der Permanenz ist jetzt viel höher und trägt das Feedback auf eine völlig neue Ebene. Es ist noch unklar, welche Rolle diese neuen Medien längerfristig spielen, insbesondere da viele Entscheidungsträger in großen Organisationen sich noch nicht ausgiebig damit befasst haben. Aber wir können heute schon sagen, dass auch die Welt der klassischen MitarbeiterInnenbefragungen von diesen Veränderungen betroffen ist und zunehmend bewusst mit sozialen Medien umgehen muss – zum Beispiel, um im Voraus Chancen und Bedrohungen zu identifizieren, die dann in einer methodisch fundierten Umfrage im Detail untersucht werden können.

Ein weiterer Aspekt sind technische Innovationen und die damit verbundenen Erwartungshaltungen. Nahezu jegliche Form der Berichterstattung wird heute in Echtzeit erwartet. In der Praxis ist „Echtzeit“ jedoch ein schwieriger Begriff, denn zwischen Erhebung und korrekter Berichterstattung liegen eine ganze Reihe an Schritten, die für die/den EndnutzerIn oft so lange unsichtbar bleiben, bis Unstimmigkeiten auftreten. Die frühen Phasen der Corona-Pandemie waren hierfür symptomatisch: Hier wurde zuerst kritisiert, dass die Statistiken des Ministeriums nicht häufig genug aktualisiert würden. Als dann Statistiken aus dezentralen Teststandorten mit teils mehrwöchiger Verzögerung eintrafen war die Verwirrung groß. Die „Echtzeitdaten“ waren hier bestenfalls als vorläufig einzustufen.

Trotz allem erlaubt uns der technologische Fortschritt, die Zeitspanne zwischen Erhebung und Berichterstattung zu verkürzen. So können wir heute unter bestimmten Bedingungen Pulse-Checks mit hoher Frequenz durchführen und Ergebnisdashboards kurz nach Befragungsende zur Verfügung stellen. In Zukunft wären in diesem Sinn auch komplett neue Befragungsformen denkbar, wie z.B. morgendliche Stimmungschecks. Derartige Instrumente können zwar schon aus rein methodischen Gründen keinen vollwertigen Ersatz für durchgeplante MitarbeiterInnenbefragungen bieten, aber sie werden sicher eine wachsende Rolle spielen und ich bin gespannt, ob und wie sich die Bedürfnisse unserer KundInnen in den nächsten Jahren in diesem Bereich wandeln werden.

Ein weiterer Punkt, denn ich nicht vergessen möchte, ist die verstärkte Aufmerksamkeit, die Themen der Arbeitszufriedenheit in den letzten Jahren zukommt. Wir beobachten auf der einen Seite, dass viele wohlhabende Gesetzgeber und Organisationen versuchen, bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen (soziale Absicherung, Arbeitnehmerschutz, kürzere Arbeitszeiten, flexibles Arbeiten, etc.). Auf der anderen Seite sehen wir jedoch einen anhaltenden Dialog darüber, dass „Agilität“ auch in eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen münden kann, z.B. wenn bestimmte Tätigkeiten in Organisationsformen ausgelagert werden, in denen die Arbeitsbedingungen weniger rosig sind. Angesichts dessen sollten sich auch die Autoren von MitarbeiterInnenbefragungen in Zukunft der Frage stellen, wie auch diese prekarisierten Arbeitswelten beforscht und verbessert werden können.

Was magst du an deiner Arbeit bei vieconsult besonders?

Jedes Projekt, in dem ich das Gefühl habe, dass wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden, ist für mich ein gelungenes Projekt und ein Meilenstein in meiner persönlichen Laufbahn. Bisher kann ich sagen, dass dies in so gut wie allen Projekten, an denen ich bisher gearbeitet habe, der Fall war. Natürlich kann man nicht immer beeinflussen, was mit den Umfrageergebnissen mittelfristig passiert, aber durch unsere enge KundInnenzusammenarbeit und unser gutes domain knowledge schaffen wir es meiner Meinung nach, in jedem Projekt ein Mindestmaß an Wert zu generieren. Solange dies der Fall ist, werde ich meine Arbeit bei Vieconsult genießen.

Abgesehen davon genieße ich bei Vieconsult das Privileg, einen greifbaren Beitrag zur Entwicklung des Unternehmens leisten zu können. Die Entwicklung von neuen Tools und Methoden bereitet mir enorme Freude, und dadurch, dass Vieconsult ein wachsendes Unternehmen ist, sind die Möglichkeiten nach oben hin kaum begrenzt. Ich bin auch meiner Führungskraft dafür dankbar, mir den schöpferischen Freiraum zu gewähren, der für diese Entwicklungen nötig ist. Es ist ein gutes Gefühl, die mentalen Gymnastiken, für die ich mich in meinem Studium qualifiziert habe, auf regelmäßiger Basis ausüben zu dürfen.

Wofür schlägt dein Herz in deiner Freizeit? Verrate uns etwas, was deine KollegInnen auch noch nicht über dich wissen!

Kurze Antwort: Alles, was ich mit meiner Familie machen kann. Der Lebensabschnitt, in dem ich mich gerade befinde, wird in der Familiensoziologie gerne als „Rush Hour of Life“ bezeichnet. Familiengründung, Karriere, Ausbildung, Zukunftsplanung, etc. verdichten sich alle in einem einzigen Lebensabschnitt, ohne dass die Tage länger werden – in dieser Phase nimmt die Freizeit naturgemäß eine andere Rolle ein als dies noch zehn Jahre zuvor der Fall war. Eine Überraschung für viele ist vielleicht, dass ich früher als Gitarrist/Singer/Songwriter aktiv war. Ich habe in mehreren Bands gespielt, war auf Tour und habe drei Alben veröffentlicht. Ich bin außerdem viel Snowboard gefahren. Wenn es also um Dinge gehen soll, die KollegInnen noch nicht über mich wissen, dann wären das vielleicht ganz gute Beispiele. Das waren jedoch sehr zeitaufwändige Hobbies, die zudem nicht besonders familienfreundlich sind. Heute bin ich froh, wenn ich mich in meiner Freizeit entspannen und meiner Familie widmen kann. Ich mache nach wie vor gerne Musik und Sport, aber eben als Familienaktivitäten, z.B. in Form von Karaoke im Wohnzimmer oder Laufen mit meiner Frau während mein Sohn Fahrrad fährt.

 

 

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