Führung in der Covid-19-Krise

Die aktuelle Situation stellt sowohl Führungskräfte als auch Unternehmerinnen und Unternehmer vor eine echte Bewährungsprobe. Die Covid-19-Krise hat sich als unerwartet dynamisch und tiefgreifend herausgestellt. Und sie trifft uns alle an der Basis unserer Maslowschen Bedürfnispyramide: Gesundheit und Sicherheit. Wie sollen Führungskräfte darauf reagieren? Wie funktioniert also Führung in der Krise?

Die aktuelle Covid-19-Pandemie wird weitreichende Folgen für unsere Gesellschaft haben. Auf diese ökonomischen, medizinischen und geopolitischen Folgen wollen wir jedoch nicht eingehen. Wir möchten über „Führung in der Krise“ und die „Führungsherausforderungen“ sprechen, die diese Pandemie für alle Führungskräfte bereithält. Und so viel gleich vorweg: Aus unserer Sicht braucht es in Krisenzeiten sowohl den „Menschen“ als auch die „Managerin“ und den „Manager“ in allen  Führungskräften.

Führung in der Krise: Das Sein

Wie sollten Führungskräfte mit einer Krisensituation umgehen?

1. Ruhe bewahren

Emotionen beeinflussen unser Tun. Aber unter negativem Stress trifft man selten gute Entscheidungen. Daher sollten Führungskräfte in einem ersten Schritt die eigenen Emotionen in den Griff bekommen und versuchen diese zu kanalisieren.

2. Zuversicht zeigen

Führungskräfte sollten idealerweise Zuversicht zeigen – Zuversicht in die Bewältigung der generellen Krisensituation, aber vor allem auch Zuversicht in die eigenen Kompetenzen und die eigene Handlungsfähigkeit. Gerade unter dem Einfluss unsicherer Rahmenbedingungen geht es darum, das Vertrauen in die eigenen Kompetenzen und „Instinkte“ nicht zu verlieren.

3. Mutig handeln

Krisen erfordern schnelles und konsequentes Handeln. Und das ohne Erfolgsgarantie. Führungskräfte müssen daher im „Hier und Jetzt“ selbstsicher die bestmögliche Entscheidung treffen.

4. Menschlich und verständnisvoll agieren

Gerade für die Führung in der Krise gilt es Interesse am „Menschen“ und nicht nur an der „Arbeitskraft“ der eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu zeigen. Inklusive aller Unsicherheiten und persönlicher Betroffenheiten – von Home-Schooling bis hin zu Gesundheitsängsten.

5. Resilienz untermauern

Damit meinen wir, dass Führungskräfte die eigene Widerstandskraft in puncto Stress und Gesundheitsrisiken stärken und positive Energie in das eigene Unternehmen tragen sollten.

Führung in der Krise: Das Tun

Wie sollten Führungskräfte in der Krise handeln?

1. Klarheit suchen und Klarheit vermitteln

Eine Krise bedeutet der Wahrheit ins Auge zu schauen. Es geht nicht darum zu hoffen – es geht darum, sich um Fakten für die eigenen Entscheidungen zu bemühen und Szenarien positiv zu nutzen.

2. Kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren

Gerade in schwierigen Zeiten gilt es umso mehr zu kommunizieren. Denn Gerüchte und Fehlinformationen verbreiten sich schnell und sorgen für Unsicherheit. Nutzen Sie daher bewusst jede Kommunikationssituation, die Sie finden können.

3. Die Richtung weisen

Krisenzeiten brauchen Klarheit über das „warum“ und/oder das „wohin“. Vermitteln Sie deswegen eine Zielrichtung und einen sinnstiftenden Nutzen.

4. Keep it simple

Vermitteln Sie in Krisenzeiten zudem klare operative Ziele, nächste Schritte und Prioritäten. Lassen Sie Unnötiges weg und erhöhen Sie somit die Klarheit über den Beitrag, den Ihre Mitarbeitenden leisten.

5. Entschlossen & konsequent handeln

Führung in der Krise muss aktiv bleiben und darf nicht zögerlich werden. Aufbauend auf Ihrer individuellen Situation gilt es deswegen bestmöglich zu navigieren, zu entscheiden und dies – bis gegebenenfalls neue Fakten vorliegen – umzusetzen. Nicht zu handeln ist die unvernünftigste Handlung von allen.

Führung in der Krise: Haltung bewahren

Besonders wichtig ist die innere Haltung von Führungskräften in schwierigen Zeiten. Eine positive und krisenresistente Haltung lässt sich wie folgt zusammenfassen:

  1. Wie schon Peter Drucker sagte: „Leadership is a foul-weather job“. Zu Deutsch: „Führung ist ein Schlechtwetter-Job“.
    Betrachten Sie die Krise als Lernfeld und Bewährungsprobe. „Krise“ ist per se auch nur ein Ausdruck für ungünstige Rahmenbedingungen, die gegen unsere ursprünglichen Erwartungen, Ziele und Pläne arbeiten.
  2. Oder nehmen Sie sich ein Beispiel an Winston Churchill: „Never miss a good crisis“. Zu Deutsch: „Verpasse niemals die Chancen in einer Krise“.
    Eine Krise gibt die Möglichkeit Gegebenheiten zu gestalten, die ansonsten vielleicht denk-unmöglich gewesen wären. Es geht nicht nur darum eine Krise zu überleben oder auszusitzen, sondern darum zu lernen und sich sogar neu zu erfinden.
  3. Die Art und Weise, wie Führungskräfte heute agieren, wird die Kultur unserer Unternehmen prägen und sogar stärker wirken als die beste Employer Branding-Kampagne.

Corona ist das, was wir daraus machen!

In diesem Sinne: Corona ist das, was wir daraus machen. Was wir damit meinen? Für uns von vieconsult hat die Pandemie zum Beispiel bedeutet, dass eine groß angelegte Firmenfeier zum Anlass unseres 10-jährigen Firmenjubiläums abgesagt werden musste. Wir haben stattdessen eine virtuelle Geburtstagsparty veranstaltet. Und es war trotzdem toll!

 

vieconsult: Unsere virtuelle 10-Jahresfeier
vieconsult: Unsere virtuelle 10-Jahresfeier

 

Hinweis: Ein großes Dankeschön geht an Sindy Amadei von uberall-scene.com. Auf ihre Einladung hin hat Gerd Beidernikl am 30. März 2020 ein Webinar für über 100 Führungskräfte zum Thema „Führung in Krisenzeiten“ abgehalten. Dieser Blogbeitrag ist aus den Kernaussagen dieses Webinars entstanden. Die Aufzeichnungen des Webinars gibt es hier zur „Nachlese“: hrsummit.at/webinare.

 

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