Von Shut-Down zu Re-Entry – Die Rückkehr nach Corona ins Büro

Corona bestimmt weiterhin das Leben auf allen Kontinenten. Ein Hauch von Normalität macht sich aber zumindest in Deutschland und Österreich langsam bemerkbar und neben Restaurantbesuchen und Fitness-Center-Öffnungen rüsten sich nun auch viele Unternehmen für die Zeit der Rückkehr nach Corona ins Büro. Doch hier kristallisiert sich eine ganz neue Herausforderung heraus: Was braucht die Belegschaft für eine reibungslose Übergangsphase? Und wie lernen wir aus der Ausnahmezeit für die Zukunft?

Viele von uns haben sich mittlerweile komplett an den Rhythmus im Home Office gewöhnt, die Kurzarbeit nimmt in manchen Organisationen langsam ein Ende und die Auftragslage erwacht vielerorts aus der Schockstarre. Manche genießen die neue Flexibilität, die ihnen die Heimarbeit ermöglicht, andere können es kaum erwarten wieder in Ruhe in einer Büroumgebung zu arbeiten und ihre Tage nicht mehr ausschließlich in Zoom-Räumen zu verbringen (Lesetipp: To ZOOM or not to ZOOM). Die Meinungen, Bedürfnisse und Lebenssituationen der MitarbeiterInnen sind so unterschiedlich wie die Unternehmen, für die sie arbeiten und so vielfältig fallen auch die Reaktionen und Erwartungen auf eine Corona Rückkehr ins Büro aus. Worauf gilt es nun seitens der Unternehmen zu achten?

Physische und psychologische Sicherheit

Zum einen ist klar, dass alle Unternehmen sich dem Thema Hygiene und Infektionsvermeidung widmen müssen. Dies fängt bei der logistischen Umsetzung von Abstand halten über vermehrtes Händewaschen/Desinfizieren an bis hin zu Reduktion der Belegschaftszahlen im Großraumbüro und Aufbau von Plexiglaswänden. Etwas, an das wir uns in den vergangenen Wochen so gewöhnt haben wie die MNS-Masken, die wohl auch in der eigenen oder anderen Firma zur Vorgabe im Büro werden. Und diverse Fotos in sozialen Medien von „Care Paketen“ die Mitarbeitende bei Rückkehr auf ihren Schreibtischen vorfinden, zeigen von diesem Handlungsstrang.

Es gilt aber auch zu beachten, dass die aktuelle Situation trotz Ende des Lockdowns Unsicherheiten ausgelöst hat bezüglich zwischenmenschlichen Kontakts, die von Menschen unterschiedlich besorgniserregend wahrgenommen werden. Während die einen gerne wieder Tisch an Tisch mit ihren KollegInnen sitzen und in analogen Meetings diskutieren möchten, haben die anderen womöglich Nahestehende, die der Risikogruppe angehören und möchten weiterhin so kontaktfrei wie möglich arbeiten um die Infektionsgefahr auf einem Minimum zu halten. Geben Sie klare Informationen wie die Hygienestandards bei Rückkehr ins Büro aussehen werden, wie oft Räumlichkeiten gereinigt werden und wie diese zu protokollieren sind. Zeigen Sie außerdem Verständnis für die unterschiedlichen Bewertungen und Sorgen Ihrer MitarbeiterInnen und bieten Sie Raum diese Sorgen zu kommunizieren.

Klarheit in der Kommunikation

Ein anderer Handlungsstrang – eher kommunikativer Natur – betrifft die Formulierung klarer Spielregeln, die über die Hygiene-Maßnahmen hinausgehen. Wie wird die Anwesenheit im Großraumbüro koordiniert (Tage- oder abteilungsweise? In Schichten oder mit versetzten Kernarbeitszeiten? Welche Termine und Tätigkeiten bedürfen der Präsenz welche können aus der Ferne gehalten werden?)? Wie steht es um Dienstreisen und Kundenbesuche? Wer ist die Ansprechperson für individuelle MitarbeiterInnen?

Denken Sie an die Kraft der Kommunikation. Ihre MitarbeiterInnen in den Prozess der Veränderung einzubinden ist ein großes Signal an Wertschätzung und die Selbstwirksamkeit jedes Einzelnen. Mit dem Feedback aus Ihrer Belegschaft, deren Erfahrungswerten und Hinweisen schaffen Sie es ein Regelwerk für das „new normal“ abzuleiten, das völlig auf Ihr Unternehmen und Ihre Kultur abgestimmt ist und den MitarbeiterInnen signalisiert nicht schierer Befehlsausführer zu sein sondern aktiver Gestalter in diesen besonderen Zeiten.

Kommunikation gibt Sicherheit, Klarheit und Struktur – wie Sie also jetzt kommunizieren, welche Signale Sie aussenden, wird maßgebend sein für die Gestaltung dieser völlig neuen Art der Zusammenarbeit aber auch für die zukünftige Beziehung und die gesamte Employee Experience (Lesetipp: Was bitte ist denn Employee Experience?).

Versäumen Sie nicht die Übergangsphase als Lernchance

Es geht wieder los aber ohne allgemeines Rückführ-Konzept – Unternehmen stehen derzeit also in gewissen Aspekten stärker denn je in der Herausforderung zu prüfen, wie ihre MitarbeiterInnen die Situation bewerten und was sie erwarten um einen neuen Arbeitsalltag sicher und produktiv zu gestalten. Feedback ist immer wichtig um Situationen multiperspektivisch zu bewerten, um Menschen ernst zu nehmen, anzuhören und blinde Flecken zu erkennen. Jetzt geht es aber umso mehr darum, zu hinterfragen inwieweit eine Rückkehr in die alten Strukturen möglich oder überhaupt sinnvoll ist, wenn doch die Belegschaft sich gerade zurecht gefunden hat mit Remote Work, online Meetings und digitalen Möglichkeiten.

Einige Ihrer MitarbeiterInnen sind sicherlich begeistert von der Kreativität und Autonomie, die sie gewinnen konnten, über das Wegfallen von Anfahrten und die Mehrzeit mit der Familie. Gleichzeitig leidet manch anderer an der gleichen Situation: Kindergärten und Schulen haben nicht permanent offen, der persönliche Kontakt zu KollegInnen und KundInnen fehlt, die eigenen vier Wände bieten keinen geeigneten Raum für effizientes und ergonomisches Arbeiten und man findet einfach keine richtige Balance zwischen Freizeit und Arbeit.

Covid19 hat uns alle überrascht und gezwungen schnell unsere privaten und professionellen Routinen komplett zu ändern. Diese Blitz-Umstellung hat uns aber auch ermöglicht Dinge auszutesten, die wir nun bewerten können um zu sehen was wir als Organisation zum Besseren verändern können. Versäumen Sie diese Möglichkeit nicht indem Sie das Pendel zu schnell zurückschwingen lassen, nehmen Sie diesen Anlass um gemeinsam zu konstruktiv zu sprechen, reflektieren und repriorisieren.

Unser Tipp: Pulse-Surveys für die Corona Rückkehr ins Büro

Wie gehen Sie’s an? Sie und Ihre Belegschaft wollen schnell ins Tun kommen brauchen Sie einen rasche und ressourcenschonenden Umsetzungsplan: unsere Empfehlung in der aktuellen Situation ist es auf schnelle zielgruppen- und themenspezifische Kurzbefragungen oder Pulse Surveys zu setzen. Pulse Surveys bieten die Möglichkeit einerseits schnell kritische sowie positive Entwicklungen zu erkennen und gleichzeitig Signale der Wertschätzung und unternehmerischen Fürsorge in die Organisation zu senden. Naheliegende Themen, die Sie mit diesen Kurzbefragungen abklopfen können:

  • Vor- und Nachteile des Home Office
  • Produktivität in der Telearbeit
  • Kommunikation in den Teams und mit Führungskräften
  • Gesundheitsschutz in der Arbeit
  • Learnings aus der Krise

Durch kurze und themenzentrierte Befragungen wird der Befragungsaufwand drastisch gesenkt und gleichzeitig die direkte Interventionsmöglichkeit und die Relevanz für die Zielgruppe erhöht. Dies kombiniert mit rascher Online-Durchführung und unmittelbarem Online-Reporting, ermöglicht Durchlaufzeiten von wenigen Tagen. Lesen Sie hier im Detail über unsere Pulse Surveys.

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