Zurück in die Feedbackzukunft

Reisen in die Zukunft sind nicht möglich? Doch, sagen wir! vieconsult und einige PersonalistInnen namhafter österreichischer Unternehmen reisten in zwei Design Thinking Workshops – zumindest gedanklich – in die Zukunft von Befragungen, um schon die Gegenwart zukunftsweisend gestalten zu können.

Wir geben es zu, wir finden die drei Teile von „Zurück in die Zukunft“ cool und fanden eine gedankliche Reise in die Zukunft von Führungsfeedbacks und MitarbeiterInnen-Befragungen spannend. Das IDEA LAB von Bene in Wien bot uns einen tollen Rahmen für gemeinsame Gedankenexperimente und kreative Prozesse in zwei Design Thinking Workshops mit Personalisten von österreichischen Großunternehmen wie bspw. der Österreichischen Post, dm Drogeriemarkt, der ÖBB bis hin zur Magna Powertrain und der Österreichischen Kontrollbank. Was alle TeilnehmerInnen vereint hat, war das große Interesse, den „Daten“ einer internen Befragung auch wirklich „Taten“ folgen zu lassen. Befragungen sind in vielen Unternehmen bekannte und gelebte Praxis. Aber wie zeitgemäß sind diese Befragungen noch? Wie werden diese von A-Z aktuell erlebt? Und wie werden Befragungen in der Zukunft aussehen? Es wurden daher in einem ersten Schritt „Pain Points“ definiert, Best-Practice Beispiele ausgetauscht und ganz ungeniert nach den Feedback-Sternen der Zukunft gegriffen.

Wo liegen nun die Herausforderungen, was wird und was kann die Zukunft bringen?

Zusammengefasst sehen die TeilnehmerInnen vier große Herausforderungen sowie Veränderungen in der Zukunft der Befragungen auf ihre Unternehmen zukommen:

  1. Die Flexibilitäts-Herausforderung
    Feedback ist wichtig und wird immer wichtig bleiben. Die Art und Weise, wie Feedback eingeholt werden wird, in welcher Frequenz und mit welchem Charakter, wird sich in der Zukunft aber stark verändern. Feedbackinstrumente müssen flexibler, verschränkter und stärker „on demand“ werden. Parallel dazu behält analoges Feedback, sprich der Dialog, seine Wichtigkeit. Der Mix wird es ausmachen.
  2. Die Inhalts-Herausforderung
    Die Anforderungen der Arbeitswelt verändern sich, die Inhalte von Befragungen müssen diesem Umstand gerecht werden. Inhalte und Schwerpunkte werden flexibler gestaltet und modular eingesetzt, Befragungsinhalte sind angepasst auf die jeweilige Situation und Zielgruppe. Führungshierarchien werden vielerorts flacher, die Selbstverantwortung der Belegschaft wird (und muss) steigen. Statt 10-Jahresstrategien treten agile Konzepte der laufenden Anpassung.
  3. Die Automatisierungs-Herausforderung
    Die Technisierung von Befragungen wird weiter zunehmen. Online-Befragungen, automatisierte Auswertungen, verkürzte Durchlaufzeiten, vereinfachter Zugang zu oft großen Datenmengen, „smarte“ Algorithmik – sie werden die Zukunft von Befragungen in irgendeiner Art und Weise bei allen Unternehmen maßgeblich beeinflussen.
  4. Die Umsetzungs-Herausforderung
    Die wirkliche Kern-Herausforderung wird auch in der Zukunft dieselbe bleiben. Nämlich aus den Ergebnissen jeglicher Feedbackbefragung sinnvolle Rückschlüsse zu ziehen und Folgeschritte abzuleiten sowie diese konsequent umzusetzen.

Hochqualitatives Feedback, schneller und einfacher einzuholen ist von großer Bedeutung, streng betrachtet jedoch nur die halbe Miete. Denn die einfachere Generierung von Feedback entbindet einen nicht von der Aufgabe, verantwortungsvoll mit den Ergebnissen umzugehen sowie Zeit und Konsequenz in die Arbeit mit den Ergebnissen zu investieren. Diese Grundherausforderung für die aktive Nutzung von Befragungsergebnissen, bleibt (weiterhin) bestehen. Es braucht in Zukunft neue Wege und Strategien, um zu verhindern, dass das generierte Feedback ins „Leere“ geht.

Es war eine spannende Reise für alle TeilnehmerInnen die – entlang der Design Thinking Methode – Herausforderungen definiert und kreative Lösungsansätze entwickelt haben. Letztere wurden auch gleich live vor Ort ausprobiert. Denn „Rapid Prototyping“ zählt zu den Kernbestandteilen derartiger Workshops. Und so wurden „Ergebnis Tablets“ entwickelt, Transfergespräche mit zukünftigen Führungskräften geführt, Feedback-Awards verliehen und Ergebnisse von MitarbeiterInnen-Befragungen entlang von haptischen Erfahrungen nähergebracht. Was uns die Zukunft wirklich bringen wird, weiß keiner so genau, aber ein Stück weit können wir sie ja mitgestalten, oder?

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