Mitarbeiterführung – Ziele setzen und rückmelden (Teil 2)

Konkrete Zielsetzungen, aber auch Rückmeldungen auf die Zielerreichung sind unabdingbar für leistungsstarke und motivierte Mitarbeiter. Der erste Teil dieses Artikels beschäftigte sich mit der richtigen Definition von Zielen, damit sie einen maximal positiven Einfluss auf Motivation, Leistung und Verhalten haben.  „Laufen“ Sie mit uns weiter und erfahren Sie in Teil 2 mehr zum Thema Feedback über die Zielerreichung. 

Bleiben wir bei unserem Gedankenexperiment und stellen Sie sich vor, dass Sie zwar wüssten, dass die Ziellinie eines Marathons bei 42,195 km angeschlagen wäre, dass Sie aber während des Laufens keinerlei Möglichkeit hätten zu überprüfen, welche Strecke bereits hinter bzw. noch vor Ihnen liegt. Würden Sie trotz etwaiger Rückschläge im Rennen bleiben oder würden Sie aufgrund der ausbleibenden Rückmeldung ihre Motivation verlieren und stehen bleiben?

Neben einer konkreten Zielsetzung, die die Richtung des Handelns bestimmt, zeigt sich, dass auch die Rückmeldung über die Zielerreichung motivierenden Charakter hat. Bleibt das Feedback aus, stellt sich nämlich die Frage, ob die getätigten Schritte überhaupt zum Ziel führen und ob es Sinn macht, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. Hier finden Sie 5 Tipps, wie Sie Rückmeldungen auf die Zielerreichung erfolgreich und zielführend gestalten können.

  1. Spezifisch: Nicht nur die Ziele selbst sollten spezifisch formuliert werden, sondern auch das Feedback auf die Zielerreichung gewinnt mit steigendem Konkretheitsgrad. Sprechen Sie klar an, was gut läuft und wo Sie Optimierungspotential vermuten und untermauern Sie Ihre Argumente mit (an-)greifbaren Beispielen.
    Beispiel Marathon: Ein Marathon ist auch ohne Umwege lange genug. Unpräzise Hinweise über die zu laufende Strecke sind da fehl am Platz. Eindeutige Streckenabgrenzungen und Hinweisschilder geben hingegen Klarheit.
  2. Kontinuierlich: Vergessen Sie nicht, dass Feedback ein laufender Prozess sein sollte. Gerade bei langfristig gesteckten Zielen genügt nicht nur ein einzelnes Feedback, es bedarf eines fortlaufenden Rückmeldeprozesses.
    Beispiel Marathon: Ein einzelnes Schild bei Kilometer 10, das Ihnen zeigt, dass bereits etwa ein Viertel der Strecke hinter Ihnen liegt, wird nicht ausreichen, um Ihre Motivation hoch zu halten. Es braucht kontinuierliche Ermutigungen und Rückmeldungen darüber, dass Sie sich dem Ziel nähern.
  3. Verhaltensbezogen: Mitarbeiter bevorzugen Feedback, welches sich auf ihr Verhalten und nicht auf sie als Person bezieht. Bei der Gestaltung und Formulierung von Feedback sollte daher insbesondere bei Themen, die das Gegenüber persönlich angreifen könnten, sensibel vorgegangen werden. Richten Sie die Aufmerksamkeit stattdessen auf Handlungen und die Erfüllung von Aufgaben.
    Beispiel Marathon: Um einen Marathon durchzuhalten, empfiehlt es sich, das Laufverhalten anzupassen und phasenweise das Tempo zu reduzieren, um dann wieder mit voller Kraft durchstarten zu können. Statt für das zeitweise langsamere Lauftempo getadelt zu werden, sollte der Fokus auf das Durchhalten, die Selbstkontrolle und die Optimierung des Laufverhaltens gelegt werden.
  4. Ausgewogen: Feedback sollte sich nicht ausschließlich auf Schwächen oder negative Aspekte des Tuns konzentrieren, sondern auch Stärken thematisieren. Immerhin sollten Rückmeldungen am Ende Verbesserungen herbeiführen. Wird jedoch nur Kritik geäußert und kein gutes Haar am Anderen gelassen, kommt es womöglich nicht zu einer Verbesserung, sondern dazu, dass das Gegenüber sich verschließt und in eine Trotzhaltung verfällt. Geben Sie daher nicht nur kritische, sondern stets auch positive Rückmeldungen. Ob zuerst die Stärken, dann die Schwächen oder umgekehrt oder gar nach der Sandwichmethode – an jeder Situation, jedem Verhalten und jeder Arbeit kann etwas Positives gefunden werden.
    Beispiel Marathon: Auch der Letzte im Rennen wünscht sich Fans an der Strecke, die mit positiven und ermutigenden Worten ihre Unterstützung anbieten. Statt nur zu hören, dass er oder sie auf dem letzten Platz ist oder gar mit Aussagen wie „Mit dem Tempo kommst du nie ans Ziel“ konfrontiert zu werden, kann ein „Du bist gut dabei!“ wahre Wunder bewirken.
  5. Begrenzt: Achten Sie darauf, Ihre Mitarbeiter nicht mit zu viel Feedback auf einmal zu überhäufen. Zu viel Rückmeldung auf einmal kann verhindern, dass auch nur ein Aspekt davon wirklich wahrgenommen werden kann. Richten Sie Momente für Feedback daher so ein, dass genügend Zeit zur Sichtung und Verarbeitung bleibt.
    Beispiel Marathon: Dicht aneinander gedrängte Schilder über den Streckenverlauf oder die geschafften Kilometer blockieren die Sicht aufeinander, wodurch gegebenenfalls wertvolle Informationen verloren gehen können. Mit etwas Abstand lassen sich die Hinweise besser lesen und verarbeiten.